Störche 2017

... auf dem Kirchturm von Hehlingen oder unterwegs gesehen von Ende März bis Ende August 2017.

 

Bereits 2016 nistete ein Storchenpaar auf dem Hehlinger Kirchturm und zog zwei Junge groß.

 

Ende März ist der erste Storch im Nest zu sehen. Er ist am rechten Bein beringt, doch leider ist die Nummer nicht zu erkennen. Wenig später erscheint ein weiterer Storch, der seinen Ring am linken Bein trägt. Seine Ringnummer verrät, dass er 2013 in Röttgesbüttel (Kreis Gifhorn) geschlüpft ist. 2016 und auch 2017 hat er seine Heimat im benachbarten Velpke gefunden.

Anfang April: Nach den beiden "Einzelgängern" taucht dann Anfang April ein Storchenpaar auf, bei dem beide Vögel unberingt sind. Sie schlagen endgültig ihr Quartier in Hehlingen auf. Der April steht ganz im Zeichen der Balz und des Nestbaus, im Mai scheinen die Störche tatsächlich zu brüten.

 

Anfang Juni ist es soweit. Der erste kleine Kopf des Nachwuches erhebt sich über den Rand des Horstes. Kurz danach ist klar, dass drei Jungvögel geschlüpft sind. Und die entwickeln sich ganz offensichtlich prächtig ...

13.07.2017: Die drei Jungstörche werden vom Storchenbeauf-tragten mit Hilfe der Feuerwehr Vorsfelde beringt. Instinktiv stellen sie sich bei einer vermeintlichen Gefahr tot, so dass das Beringen ohne Probleme erfolgen kann. Diesem Reflex folgen die Jungstörche in den ersten sechs Wochen. Danach kann es passieren, dass sie bei Gefahr aus dem Nest flüchten wollen, mit fatalen Folgen. Eine Beringung wäre nach diesem Zeitpunkt  nicht mehr möglich. Hier hat es gerade noch so geklappt!


30. Juli 2017: Nach ca. 8 Wochen werden die Jungstörche flügge. Der Erste dreht im Morgengrauen seine Runde in eine neue Welt.

6. August 2017: Eine Woche, nachdem der erste Jungvogel flügge wurde, hat es nun auch der letzte der Drei geschafft. Zusammen erkunden die Jungstörche nun die Umgebung.

Alle Bilder der Tage in der Bildergallerie unten.


Die Bilder zur Geschichte

Die angegebenen Kalendertage beziehen sich auf den Zeitraum, in dem die Bilder entstanden sind.

23. März - 10. April 2017

Einsame Wanderer im Horst.

Der erste Storch wurde am 23. März gesichtet, am 31. März war der Storch aus Velpke zu Besuch und am 10. April wurde der Horst dann wohl endgültig in Besitz genommen.

14. April 2017

Ein Storchenpaar hat sich zusammengefunden. Da beide nicht beringt sind, steht fest, dass es nicht um das  gleiche Paar handelt, dass im letzten Jahr hier zwei Jungvögel großgezogen hat. Sofort wird mit dem Nestausbau und der Paarung begonnen.

15.  bis  19. April 2017

Traute Zweisamkeit, das Storchenpaar richtet sich weiter ein.

22. April bis 27. Mai 2017

Home sweet home und Brutzeit. Das Nest wird nun permanent ausgebaut und irgendwann fällt auf, dass fast immer einer der Beiden im Nest sitzt. Das spricht dafür, dass die Paarung erfolgreich war und nun gebrütet wird.

28. Mai 2017

Exkursion zu den Elbauen bei Dönitz.

05. Juni 2017

Das Brüten war erfolgreich: Der Nachwuchs lässt sich das erste Mal blicken. Insgesamt schlüpfen drei kleine Störche mit der Hoffnung, die ersten Hürden ihrer Entwicklung zu meistern.

13. bis 16. Juni 2017

Erste Stehversuche und neugierige Blicke in die Welt drumherum. Klappern gehört auch bei den Kleinen schon zum Handwerk. In den ersten drei Wochen werden die Jungvögel ständig von einem Elternteil bewacht, denn noch sind sie durch Raubvögel gefährdet.

26. bis  28. Juni 2017

Die Kleinen wachsen schnell und fangen an, ihr Federkleid auszubilden. Nun gehen beide Altvögel auf Futtersuche, denn mit der Körpergröße wächst auch der Appetit. In ersten zaghaften Versuchen lassen sich die Jungvögel schon mal den Wind um die Flügel wehen.

02. bis 06. Juli 2017

So langsam verlieren die Jungvögel ihre "Kugelform" und entwickeln sich zu "richtigen" Störchen. Die Flügel bilden sich weiter aus und deren Muskulatur wird immer häufiger trainiert. Auch wenn die Altvögel zum Füttern kommen, werden sie scheinbar intensiv beim Erhaschen der besten Brocken eingesetzt.

Unabhängig vom Futtergeschäft geht der Nestausbau über die Saison kontinuierlich weiter.

11. Juli 2017

Besuch am Hehlinger Nest. Der Ring am Bein weist den Storch als Einjährigen aus, der im Gebiet um Wolfsburg, genauer gesagt in Warmenau, das Licht der Welt erblickt hat. Diese Jungstörche streifen oft in den Gebieten umher, in denen sie geboren wurden und besuchen besiedelte Horste. In zwei bis drei Jahren wird er auch so weit sein um mit einem Partner, bzw. Partnerin Junge aufzuziehen.

Die Versorgung der Jungstörche gleicht immer mehr einer "Raubtierfütterung". Kaum ist der Altstorch gelandet, wird er förmlich vom hungrigen Nachwuchs regelrecht überfallen. Der Rhytmus der kleinen Racker ist jetzt Fressen, Üben und ausruhen.

13. Juli 2017

Die Jungstörche sind jetzt ca. sechs Wochen alt. Höchste Zeit sie zu beringen. Bis zu diesem Zeitpunkt stellen sie sich bei Gefahr noch instinktiv tot. Danach kann es passieren, dass sie schon einem Fluchtreflex folgen und das Nest verlassen wollen. Mit Hilfe der Feuerwehr Vorsfelde gelangt der örtliche Storchenbeauftragte zum hoch oben gelegen Nest und nimmt die Beringung vor. Nun besteht die Chance, auch zukünftig etwas über die weitere Geschichte der Hehlinger Jungstörche zu erfahren.

Vor der Beringung beobachtete der Warmenauer "Einjährige" die Szenerie am Boden und im Nest. Da wußten die Kleinen noch nichts von den aufgregenden Minuten, die folgen sollten.

14. bis 20. Juli 2017

Langsam wird es ernst. Die Flügelschläge werden intensiver und die Jungvögel dabei immer aufgeregter und, wie es scheint, gelegentlich auch etwas übermütiger. Bald sind die ersten paar Zentimeter geschafft, die zwischen dem Nest und den kleinen Storchenfüßen liegen.

Und zwischendrin brauchen auch die Altvögel mal eine kleine Pause.

23.  bis 26. Juli 2017

Täglich werden die Jungstörche tollkühner und streben höher in die Luft. Fast scheint der Horst für die Drei zu klein zu werden. Da geht man lieber in Deckung, wenn einer der Himmelsstürmer zu seinen Flugversuchen ansetzt.

28.Juli 2017

Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis der erste Jungstorch den Sprung in sein neues Element wagen wird. Mit großen, weiten Flügelschlägen halten sich die "Großen" schon einige Sekunden in der Luft, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben. Und sie scheinen zu strotzen vor Kraft ...

30.Juli 2017

Der große Tag kündigt sich an. Im schönen Farbenspiel der Morgendämmerung beginnt ein weiterer Abschnitt im Leben des Storchennachwuches. Es scheint, als ob der morgendliche Besucher - womöglich wieder der Einjährige aus Warmenau - den Jungstörchen Mut zusprechen wollte, denn um 6:15 Uhr drehte der erste der Drei wohl seine erste Runde rund um den Hehlinger Kirchturm, nach der Rückkehr aufgeregt begrüßt von seinen  beiden  Geschwistern.

Bald werden die Ausflüge der Jungstörche länger und sie fangen selber an, Futter zu suchen, um für ihre lange Reise in den Süden vorbereitet zu sein. Bis dahin haben die Altstörche noch alle Schnäbel voll zu tun.

3. bis 5. August 2017

Man sieht jetzt die Entwicklungsstufen der drei Störche: Während die Ausflüge des "Ersten" länger werden und er gelegentlich auch kleine Pausen auf den Dächern der Häuser in der Nähe einlegt, kreist der "Zweite" noch recht kurz um den Kirchturm herum. Der "Dritte" übt noch über dem Nest.

6. August 2017

Es ist soweit: Der "Kleine" ist nun auch flügge, auch wenn es drei Anläufe und den "Zuspruch" seiner Geschwister bedurfte, bis er seinen Mut zusammengenommen hatte. Dabei mußte er auch lernen, dass einem, wenn man zu lange zögert und abseits des Nestes sitzt, ein kleines Frühstück entgehen kann. Beim zweiten Mal war er dann aber flott wieder im Nest. Am Vormittag klappte es dann und zusammen mit seinen Geschwistern hat er das Nest zu seinem ersten Flug verlassen. Es war über den Tag verteilt ein munteres Treiben am Horst mit Ausflügen, die bis zu einer Viertelstunde dauerten. Die Altvögel bringen nun nicht mehr bei jedem Besuch etwas mit, es wird Zeit, dass der Nachwuchs langsam anfängt, für sich selbst zu sorgen.

14. August 2017

Es ist einsam geworden im Nest. Gelegentlich sieht man noch einen der Altstörche oben auf dem Kirchturm Früh morgens ziehen die Jungstörche zu mehrstündigen Touren los, um sich für den großen Zug nach Süden zu rüsten. So, wie der andere Storchennachwuchs rund um Wolfsburg auch. Abends kommen sie aber noch zurück und verbringen die Nacht im vertrauten Nest.  Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis die Jungen aufbrechen zu ihrer ersten großen Reise.

27. August 2017

Die Jungvögel sind seit einigen Tagen nicht mehr zu sehen, sie haben ihre Reise nach Süden angetreten. Nur die Altvögel fliegen gelegentlich noch das Nest an. Fast scheint es so, als würden sie die Ruhe geniessen und Kraft tanken für den bevorstehenden Aufbruch - den Jungvögeln hinterher...